Annette Standop ist tot. Das macht mich sehr traurig.
Wir kannten uns nicht nur aus der gemeinsamen Zeit im Bonner Stadtrat: Seit fast 15 Jahren haben wir im Hildegardis-Verein, wo sie lange Jahre Mitglied war, in Inklusionsprojekten eng zusammengearbeitet. Dort habe ich sie noch einmal anders erlebt als „in der Politik“: als kluge, zugewandte Coachin, als präzise Trainerin und als einfühlsame Supervisorin mit weitem Herzen und klarem Blick. Aus dieser Zusammenarbeit ist Freundschaft gewachsen – eine Freundschaft, die mich sehr bereichert hat.
Annette war eine beeindruckende Frau: Sozial- und Wirtschaftsexpertin, promovierte Theologin, leidenschaftliche – aber immer faire – Kämpferin für die Themen, die sie bewegten. Sie blieb konsequent in der Sache, aber immer freundlich im Ton. Ihre Haltung war geprägt von Respekt und dem festen Glauben an das Gute im Menschen.
Sie lebte selbstbestimmt, übernahm Verantwortung in Beruf und Ehrenamt und mutete sich viel zu – weil sie gestalten wollte, nicht verwalten. Ihre Standhaftigkeit, ihr Mut und ihr Witz werden mir unvergessen bleiben. Und ihre Liebe zu ihren Katzen.
Mit Annette verliert der Hildegardis-Verein eine vielseitige und kreative Mitarbeitende, die Stadt eine engagierte Politikerin. Ich verliere eine Weggefährtin und Freundin. Sie wird fehlen.
Für den Hildegardis-Verein e.V.: Dr. Ursula Sautter

