„Kirche im Mentoring“ wird im neuen Jahrgang international
Augsburg, 08.10.2026. Im elften Jahrgang von „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“, der in diesen Tagen gestartet ist, sind unter den 30 Tandems erstmals vier Mentoring-Paare aus der Schweiz. Am Mentoring, das der Hildegardis-Verein e.V. in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz durchführt, beteiligen sich insgesamt zwölf (Erz-)Bistümer, drei Diözesancaritasverbände, der Deutsche Caritasverband, zwei Wissenschafts-Institutionen und ein Hilfswerk. In Augsburg fand vom 06. bis 08. Oktober 2026 das dreitägige Auftaktseminar statt, das eine einjährige Mentoring-Phase einläutet.
Sr. Dr.in Katharina Ganz OSF, langjährige Generaloberin der Franziskanerinnen von Oberzell und designierte Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, sprach mit den Teilnehmenden über Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche: „Führen heißt Gestalten. Das bedeutet für mich, an einflussreicher Stelle Entscheidendes bewirken zu können – was den Menschen dient und die Organisation voranbringt.“
Während des Seminars fanden sich die Mentees und ihre Mentor*innen auch zu einem ersten, konstituierenden Tandem-Gespräch zusammen – dem im Laufe der nächsten Monate weitere folgen werden. „Die 30 Tandems werden sich im Laufe des Mentoring-Jahres bis zu zwölfmal zu inhaltlich individuell ausgerichteten Gesprächen in einem vertraulichen Rahmen treffen“, erläutert Projektleiterin Louisa Harlow. „Die Gesprächsthemen sind da-bei vielfältig: Sie reichen von der Unterstützung bei der persönlichen Karriereplanung über die Vereinbarkeit von Beruf und Care-Arbeit bis hin zur Reflexion des eigenen Führungs-handelns.“
Erstmals entsenden in diesem Jahr folgende Institutionen Tandems ins Mentoring: die schweizerischen Bistümer Basel und St. Gallen, der Kindergarten-Träger St. Simpert, die Caritas in der Erzdiözese München und Freising, der Deutsche Caritasverband sowie das Forum katholischer Theologinnen AGENDA und der Katholisch-Theologische Fakultätentag (KThF), die in gemeinsamer Trägerschaft erstmals ein Wissenschafts-Tandem entsenden. Dieses Wissenschafts-Tandem wird durch den Ralf-Dohle-Gedächtnisfonds ermöglicht. In bewährter Zusammenarbeit nehmen die (Erz-)Bistümer Augsburg, Berlin, Freiburg, Fulda, Köln, Mainz, München und Freising, Münster, Osnabrück, Paderborn, die Diözesancaritas-verbände Köln und Freiburg und das Hilfswerk missio Aachen am Mentoring teil.
Die Teilnahme der schweizerischen Tandems ist für den Hildegardis-Verein e.V. ein wichtiger Schritt der modellhaften Vernetzung und internationalen Ausweitung des Programms. Auch die schweizerischen Partnerinnen freuen sich auf das Mentoring-Jahr: „Es ist für uns eine großartige Chance, in das Programm einzusteigen, das in Deutschland schon so lange etabliert ist und Wirkung zeigt. ‚Kirche im Mentoring‘ fördert Frauen und ihre Leitungs-kompetenzen und macht ihre Potenziale auch nach außen sichtbar. Das möchten wir für unsere Seelsorgerinnen auch ermöglichen“, so Donata Tassone-Mantellini, Personalverantwortliche im Bistum Basel. Von der Pilot-Teilnahme erwartet Tassone-Mantellini, die
die schweizerischen Tandems koordiniert und begleitet, wichtige Erfahrungen für eine geschlechtergerechte Kirchenentwicklung in der Schweiz.
Auch die Möglichkeit des Cross-Mentorings wird in dieser Gruppe genutzt, bei dem Men-tee und Mentor*in aus unterschiedlichen Institutionen kommen. Dies ist vor allem dann ein hilfreiches Instrument, um zu verhindern, dass Nachwuchs(führungs-)kraft und Führungskraft in einem Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen. Im neuen Jahrgang sind ein Drittel der Tandems solche Cross-Tandems.
„Ich freue mich, dass wir mit dem Mentoring einen Erprobungs- und Reflexionsraum für werteorientierte Führung anbieten können. Für viele anstehende Entscheidungen in Zeiten des gesellschaftlichen und kirchlichen Umbruchs braucht es einen verlässlichen Kom-pass. Uns ist es ein Anliegen, dass diejenigen, die Verantwortung übernehmen, hierfür gut vorbereitet sind und begleitet werden “, so Birgit Mock, Geschäftsführerin des Hildegardis-Vereins.
Das von der Deutschen Gesellschaft für Mentoring e.V. zertifizierte Mentoring des Hildegardis-Vereins für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche ist das erste und weltweit einzige seiner Art.
Allgemeine Information zu „Kirche im Mentoring“
Das Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ wird seit 2015 vom Hildegardis-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführt und vom Bonifatiuswerk für die Teilnahme von Bistümern in Diaspora-Regionen unterstützt. Seit seinem Start wurden insgesamt 260 Frauen aus 20 (Erz-)Bistümern, acht (Diözesan-)Caritas-verbänden, sechs katholischen Hilfswerken sowie dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken in ihrer Karriere in der katholischen Kirche gefördert.
Foto: Stefan Winterstetter / Hildegardis-Verein e.V.

